Mara Genschel - Avantgarde-Lyrik

Mara Genschel

17.09.2012 - Öffentliche Veranstaltung bei der Schiller-Loge

So., im Hof morgens,
klirrte, unten zertretner Mohn,
die von oben grad vögelnde Glottis „o“.
Und Gott rief von hinten.
Und die Glocken schlugen ihren Segen und so.
Dann: Regen.

Geboren 1982 in Bonn, lebt in Berlin. Nach Studien der Musikwissenschaft in Köln und der Schulmusik an der Hochschule für Musik Detmold, studierte sie bis 2008 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

Neben der Arbeit an Lyrik und kurzen Prosaformen entwickelt sie Hörspiele, Textfilme und Sprachstücke (Bühne/Installation), zuletzt das Notiz-Akusmonium Play* in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Martin Schüttler.

Als Einzelveröffentlichung sind bisher der Gedichtband Tonbrand Schlaf (Connewitzer Verlagsbuchhandlung, Leipzig 2008) und, in Zusammenarbeit mit Valeri Scherstjanoi, Interpretationen glossolalischer Texte vom Nachtalpenweg (Buch mit CD, Hybriden-Verlag, Berlin 2009) erschienen.

Einblick in ihre Hörspiel- und Textfilmproduktion unter: www.hoeherevasen.wordpress.com

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Eine Lektion in differenzierter Wahrnehmung

18.06.2012 - Dr. Ulrich von Bülow ist zu Gast bei der Schiller-Loge

Drei Schlüsselbegriffen im Werk Peter Handkes – den Tagen, den Büchern und den Stiften – näherte sich Dr. Ulrich von Bülow während seines Vortrags im Ludwigsburger Logenhaus an. Der Leiter der Handschriftenabteilung im Marbacher Literaturarchiv gewährte dabei Einblicke in noch unveröffentlichte Passagen der 66 Notizbücher, die Handke zwischen 1975 und 1990 füllte.

„Wenn schon eine Zeiteinheit, dann nichts als der Tag, der ganze“, schreibt Handke im Roman „Der Bildverlust“. Im engeren Sinne handle es sich dabei um „das Werden der Formen“, einen so rätselhaften wie raren poetischen Zustand des Wachseins, erklärte von Bülow. Dann erst sei ein Handke‘scher Tag geglückt, wenn „das ‚Lesen‘ der Innen und Außenwelt gelingt und wenn alle Momente sich aufeinander beziehen lassen“. So seien auch die Bewusstseinsprozesse des Schriftstellers zu beschreiben, die sich in seinen Journalen niederschlugen – ein Schatzkästchen für jeden Literaturwissenschaftler.

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Die Bändigerin des Landesfürsten

07.05.2012 - Jutta Rebmann spricht über Franziska von Hohenheim

Warmherzig, klug und taktvoll – mit diesen und vielen weiteren Eigenschaften gewann Franziska von Hohenheim die Gunst Herzog Carl Eugens. Wie die Tochter eines verarmten Adligen zur Landesmutter aufsteigen konnte, erläuterte die Journalistin und Publizistin Jutta Rebmann am Montag in ihrem Vortrag „Des Herzog’s liebes Frenzele“ im Ludwigsburger Logenhaus.

Einem Märchen gleicht die Lebensgeschichte Franziska Theresias, geborener Freiin von Bernerdin, mit welcher Jutta Rebmann die Veranstaltungsreihe zum 140-jährigen Bestehen der Schiller-Loge No. 3 einläutete. Pointiert und in geschliffener Sprache referierte die Publizistin über eine außergewöhnliche Frauengestalt, die bis in die Gegenwart fasziniert.

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Pressespiegel