Geschichte der Schiller-Loge No.3

Die Schiller-Loge ist eine der ersten in Deutschland gegründeten Logen des Unabhängigen Ordens der Odd Fellows.

Der erste Gedanke, in Deutschland eine Odd Fellow-Loge zu gründen, ging vom deutsch-amerikanischen Bruder F.S. Ostheim, Ex-Hochmeister der Minerva-Loge Nr. 19 von Portland, aus.

Auf der Sitzung der Groß-Loge der Vereinigten Staaten von Amerika im September des Jahres 1869 wurde beschlossen, das Gedankengut der Odd Fellows nach Deutschland zu tragen.

Die ersten Logen in Deutschland

Trotz des 1870 stattfindenden Krieges mit Frankreich gelang es dem aus Amerika angereisten Bruder Morse und dem zur damaligen Zeit im Königreich Württemberg lebendem amerikanischem Bruder Bernheim über einige Umwege gemeinsam am 1. Dezember 1870 die erste Loge des unabhängigen Ordens der Odd Fellows im Deutschen Reich zu gründen, die Württemberg-Loge No. 1 in Stuttgart.

Die Einigung und Neugründung des Deutschen Reiches mit ihrer Krönung der Kaiser-Proklamation von Wilhelm I am 18. Januar 1871 in Versailles war die Grundlage des rasch aufstrebenden Bürgertums, das für die Ideale der Odd Fellows empfänglich war.

Im Zuge des wirtschaftlichen Aufstieges wuchs die Zahl der industriellen Arbeiter und Handwerksbetriebe gewaltig und damit auch die Bedeutung der sozialen Fragen, die freilich von weiten Kreisen des Bürgertums nicht richtig erkannt wurden.

Die Lehre des Klassenkampfes hatte Fuß gefasst und spaltete das bürgerliche Lager. Eine Sozialversicherung für die Arbeiterschaft gab es zu der Zeit noch nicht, diese erließ erst Bismarck im Jahre 1878, um die schlimmsten Nöte der Arbeiter abzudecken. Ausreichend war diese Sozialversicherung natürlich nicht. Weitere soziale Einrichtungen fehlten, so dass gerade die Mittelschicht des Bürgertums, Handwerker und Selbständige auf gegenseitige Hilfe angewiesen waren und es eines ihrer Ziele war, diese Not zu lindern.

Daher fanden die Ziele des Odd Fellow-Ordens,
- die Kranken zu besuchen
- den Bedrängten zu helfen
- die Toten zu bestatten
- und die Waisen zu erziehen
und ihr humanistisch-ethisches Gedankengut starkes Interesse in Deutschland.

Und so war es erklärlich, dass sich von Stuttgart aus der Orden der Odd Fellows sehr schnell in ganz Europa ausbreitete. 1924 wurden im Handbuch für Odd Fellows, das von Br. Alexander Lotthammer (Verlag Das Bruderwort, Göttingen) herausgegeben wurde, 143 aktive Odd Fellow-Logen in Deutschland aufgeführt.

In Baden-Württemberg verlief die Entwicklung der Württemberg-Loge so stürmisch, dass bald nicht mehr alle Brüder unter einen Hut zu bringen waren und es daher sinnvoll erschien, eine neue Loge zu gründen.