Geschichte der Hans-Sachs-Loge Nürnberg

Das Überleben des Odd-Fellow-Geistes konnte aber auch ein 3. Reich nicht verhindern.

Bald nach Kriegsende begann die Neugründung der Odd-Fellow-Logen.

5 Brüder aus der Noris Loge waren es, die am 1.12.1967 die Brudervereinigung der HSL ins Leben riefen (Jochen Kraft seit 1960 Odd Fellow, Fritz Martin Döhner seit 1960, Jörg Jugel seit 1962, Ernst Katsch seit 1958 und Claudio Sattig seit 1959 Odd Fellow) und schon ein knappes Jahr später, am 21.9.1968, fand die die Aufnahme von 12 weiteren Brüdern in die Hans-Sachs-Loge bei der Bavaria Loge in München statt.

Am 5.10.1968 feierte man die 1. Arbeitsloge mit Hallenweihe und feierlicher Wiedereinset-zung der Hans-Sachs-Loge im alten Freimaurer-Logenhaus in Fürth.

Die Einsetzung erfolgte durch den damaligen Hochmeister der Odd-Fellows, Dr. Heinz Grunow. 

Die Hans-Sachs-Loge bestand damals bereits aus 17 Brüdern, von denen 3 Brüder heute noch Mitglieder unserer Loge sind.

Am 26.4.1968 wurden 5 weitere Suchende aufgenommen am 7.3.1969 weitere 3 Suchende.

Die gegenseitige Hilfe innerhalb des Bruderkreises und das Wirken nach draußen, stand auch für die HSL von Anfang an im Vordergrund.

Geschenke an Kindergärten und Krankenhäuser, die Unterstützung der Aktion „Spende eine Niere“, Unterstützung des „Weißen Ring“ und nicht zuletzt Hilfsaktionen für die Bewohner einer Behinderten-Werkstatt und -Wohnanlage in Boxdorf, einer Gemeinde in der Nähe unseres Logenhauses sind Teil unseres humanitären Wirkens.

In dieser Behinderten-Wohnanlage pflanzte die HSL bereits vor 20 Jahren einen Baum – eine Aktion der Großloge - „Pflanze einen Baum“.

Auch im Bruderkreis helfen sich die Brüder schnell und unkompliziert, aber vor allen wirkungsvoll, durch Rat, Tat und auch finanzielle Hilfen bei in Not geratenen Brüdern.

Am 26.10.1974 wurden wir, die "Tochter" der Noris-Loge nun auch "Mutter". Die eingeleiteten Maßnahmen der HSL-Brüder zur Gründung einer Loge in Würzburg trugen Früchte.

Die Tilmann-Riemenschneider-Loge in Würzburg wurde feierlich eingesetzt.

Im Jahre 1980 kauften einige Brüder der Noris-Loge das "Alte Schloss" in Höfles, einem Vorort von Nürnberg. Ein altes, unter Denkmalschutz stehendes, ehrwürdiges Sandsteingebäude, in welchem sich eine Dorfgaststätte befand, wurde mit viel Engagement, Eigenleistungen und einem erheblichen finanziellen Aufwand zu einem wahren Schmuckstück im fränkischen Baustil zum Logendomizil umgebaut.

Logenhaus "Altes Schloss", Höfleser Hauptstraße 74, 90427 Nürnberg

Am 27. Juni 1980 hat die HSL in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entschieden, dass die Loge vom Freimaurer-Logenhaus Fürth in das Odd Fellow-Logenhaus nach Höfles umzieht. Die Entscheidung war nicht leicht, es sprach sogar einiges gegen einen Umzug, denn wir waren in einem sehr schönen, über 100 Jahre alten Logenhaus in Fürth untergebracht. Aber die Tatsache, dass sich 30 Logenbrüder in dem riesigen Freimaurerhaus doch etwas verloren vorkamen, war ausschlaggebend für den Umzug.

Seit dieser Zeit sind wir jetzt in Höfles und fühlen uns dort sehr wohl. Die Logenräume mit Logenhalle und Refektorium im fränkischen Fachwerkstil sind optimal für eine Loge unserer Größe und auch sehr gemütlich.

1984 beging die Loge ihr 60-jähriges Stiftungsfest im Freimaurerlogenhaus in Fürth. Die Festansprache hielt Bruder Großmeister Hans-Ulrich Herzog. Anwesend waren der Hoch-meister des Ordens Herbert Schulz der die Gelegenheit nutzte, den Großmeister mit dem Odd-Fellow-Verdienstorden auszuzeichnen, und viele Brüder mehrerer Logen.

OM Bruder Streng überreichte einen Scheck über DM 7.000,00 die zur Hilfe unverschuldet in Not geratener Bürger Verwendung fand. Bruder Braun überreichte der Loge an diesem Abend einen Stab mit dem Herz in der Hand, der noch heute bei unseren Sitzungen Verwendung findet.

1991 war es dann nochmals so weit. Nach der Grenzöffnung unterstützte die Hans-Sachs-Loge ganz intensiv die Wiedergründung der Lipsia-Loge in Leipzig.
Doppelmitgliedschaften vieler unserer Brüder und das Fungieren als Mutterloge führte damit auch in den Neuen Bundesländern zur weiteren Ausbreitung unseres geliebten Ordens.

1993 gab es wieder einen Grund zum Feiern. Die Hans-Sachs-Loge beging am 25.9. mit 90 Brüdern aus Nah und Fern die Feier der 25-jährigen Wiedereinsetzung nach dem Krieg in Form eines Festballes.

Mit Buffet, Zauberer und Tanz feierten die Brüder mit Ihren Damen in Deutschlands schönstem Logenhaus (Fürth), schrieb die Nürnberger Abendzeitung:

Bei Großveranstaltungen wie z.B. anlässlich unseres 75jährigem Jubiläums am 17. September 1999, mieteten wir wieder die Räume in unserem ehemaligen Domizil in Fürth, da dort eben mehr Platz und das Gebäude auch entsprechend repräsentativ ist.

Man zelebrierte einen Festakt mit dem alten Ritual von 1797. Zu Gast waren 86 Logenmit-glieder aus Schweden der Schweiz, Tschechien und Polen und natürlich aus Deutschland von Berlin bis München.

Ein großes Ereignis durfte die Hans-Sachs-Loge dann 2008 feiern. 40 Jahre nach erneuter Gründung nach dem Kriege im Jahre 1968 begingen wir mit vielen Brüdern, Schwestern und Gästen aus dem In- und Ausland eine Festloge in Nürnberg im Grand-Hotel.

Pfarrer Helmut Weidinger hielt die Festansprache und wir nutzten die Gelegenheit, wieder einmal durch die Spende von           € 4.040,-- an das Labenwolf-Gymnasium, Schüler in Ihrer Ausbildung zu unterstützen. Die Schule schaffte ein Marimbaphon an, das die musische Bildung vervollständigen hilft.

Seit 2004 veranstaltet die Hans-Sachs-Loge in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Nürnberg regelmäßig Benefizkonzerte. Der Erlös aus dem Kartenverkauf und die Spenden der Hans-Sachs-Loge kommen jeweils zur Hälfte der Schule zur Anschaffung von Instrumenten und Noten für bedürftige Schüler und zur anderen Hälfte jeweils einem guten Zweck zu Gute. So konnten ein Kindergarten in Charkiv (2004), die Behinderteneinrichtung Regens-Wagner-Stiftung in Lauterhofen (2006) und im Jahr 2009 Pfarrer Weidinger für „Kinder in Not“ in Nürnberg von den Einnahmen und Spenden in Höhe von jeweils rund € 6.000,-- profitieren. Die Benefizkonzerte haben sich als traditionelle Veranstaltungen etabliert und wir organisieren diese im 2-Jahres-Rhythmus mit jeweils rund 350 Gästen.

Unsere Loge hat auch den Status der Gemeinnützigkeit, so dass Spenden auch steuerlich wirksam verwendet werden können.

Die Mitgliederzahl der HSL pendelt um die 40 Brüder. Das Alter liegt zwischen 30 Jahren des Jüngsten und 90 Jahren des ältesten Bruders. Derzeit (Januar 2013) hat die HSL 47 aktive Brüder, wobei wir bei unseren Gästeabenden in vielen Interessenten "Suchende" erkennen, wovon der eine oder andere der Bruderschaft beitritt.

Unsere Loge tagt jeden Donnerstag. Rituelle Hallensitzungen mit interessanten Vorträgen in der Halle und Gästeveranstaltungen im Refektorium, von Mitgliedern und externen Referenten, brüderliche Gespräche und auch gesellige Anlässe, Feste, Wandertage, Ausflüge ins In- und Ausland, Radtouren und Geburtstagsfeiern prägen unser Logenleben. Viele Freundschaften sind unter den Logenmitgliedern im In-und Ausland entstanden.

Freundschaft, Liebe und Wahrheit sind die Richtschnur unseres Handelns. So steht es in unserem Ritual und nach diesem Motto versuchen wir zu leben, nicht nur an unseren Logenabenden, sondern auch im Alltag wollen wir die Ziele, so weit uns das möglich ist, auch verwirklichen bzw. ihnen so nah als möglich zu kommen.

An uns selbst zu arbeiten und Vorbild zu sein für andere ist uns angenehme Verpflichtung!

 

Nürnberg, 8.2.2011 Hans Übler, Obermeister

 

 

Überarbeitet 11.01.2013