Loge in Zeiten der Pandemie

| RL Elisabeth, Berlin

Leise verklingen die letzten Töne der Klarinette, mit der Schwester Petra für uns das Schwesternlied gespielt hat. "Die Kette unserer Gedanken löst sich, aber unsere Herzen bleiben verbunden", sagt unsere Schwester Obermeister.

15 Schwestern nehmen langsam ihre rechte Hand vom Herzen. Die unbestechlichen Webcams zeigen, dass wir alle berührt sind von der Feierlichkeit des Augenblicks.

Unsere Zoom-Treffen sind für uns seit Anbeginn des ersten Lockdowns der Anker in schwierigen Zeiten, der geschützte Raum, in dem wir uns regelmäßig an jedem Montag begegnen, um unsere Sorgen und Freuden zu teilen.

Bis auf weiteres haben wir vereinbart, im 14-tägigen Rhythmus abwechselnd eine rituelle Logensitzung und eine Zwischenloge durchzuführen, wobei auch die Zwischenlogen die Struktur einer geordneten Nachloge haben. Die Zwischenlogen werden von verschiedenen Schwestern geführt, gern auch von unseren jüngsten, die sich ausprobieren sollen, um mit neuen Ideen und frischem Wind die Corona-Lethargie zu vertreiben.

Am liebsten sind uns die regelmäßigen rituellen Sitzungen, in denen wir die vertrauten Worte unseres Rituals hören. Wir tragen "schwarz/taille" und - soweit vorhanden - sogar Regalien.

Am letzten Montag hörten wir einen Vortrag von Schwester Maggie über das Leben Florence Nightingales und führten danach einen regen Gedankenaustausch.

Nachdem wir lediglich im September des letzten Jahres mit einem sorgfältigen Hygienekonzept im Logenhaus getagt hatten, blieb uns nach dem erneuten Lockdown keine andere Wahl, als wieder auf virtuelle Kontakte zurückzugreifen. Wir machten also das Beste aus der Situation und haben uns die neue Technik zum Freund gemacht. Die wenigen, die aufgrund des Alters oder mangels technischer Ausrüstung wirklich nicht teilnehmen können, bekommen per Briefpost Protokolle und Vorträge. Und sind natürlich telefonisch mit uns verbunden.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei den Brüdern Uwe Lotz und Michael Frech, die uns geduldig über die ersten Zoom-Hürden geholfen haben und bis heute "auf der Matte stehen", wenn`s doch wieder einmal klemmt.

Petra Schulz
RL Elisabeth

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