Zum Inhalt springen

Geschichte des Kurpfalz-Lagers

Kurpfalz-Lager No. 1 von Baden in Mannheim (27. März 1897 – 18. Mai 1933)

Am 27. März 1897 wird durch den Distrikt-Grand Sire, Bruder Beckmann, das Kurpfalz-Lager No. 1 von Baden in Mannheim eingesetzt. Aus den 6 Logen in Baden und der Pfalz werden 25 Brüder in das Lager eingeführt. Hauptpatriarch Dr. Gustav Oppenheim äußert die Hoffnung, dass das Lager keine unbedeutende Rolle einnimmt. Als Arbeitsstätte will es zu den hohen Zielen des Ordens einen Beitrag leisten. Die hervorragenden Kräfte der Logen sollen im Lager eine Erweiterung ihres Wissens erfahren und sie für die Logenarbeit stärken. Den Einsetzungsfeierlichkeiten folgt abends ein Festmahl mit vergnüglichen Vorträgen. Dr. Oppenheim schlägt in seinem Vortrag auch ernste Töne über die Wertigkeit der Lager an. Das Lager tagt einmal monatlich. Berichte darüber sind nur wenige erhalten.

Das Kurpfalz-Lager begeht das 10jährige Bestehen am 7. April 1907 mit einer Festsitzung. Althauptpatriarch Dr. Oppenheim hält den Festvortrag über die 88jährige Geschichte der Lager und den Aufgaben des Lagers in der heutigen Zeit. Im Lager sind neun Logen, zwei aus Mannheim, je eine aus Ludwigshafen, Frankenthal, Karlsruhe, Dürkheim, Landau, Freiburg und Offenburg vereint.

Ausgehend von den dänischen Logen schaffen die dänischen und schwedischen Patriarchen einen Lagerring. Er ist als ein gemeinsames Zeichen des dritten Lagergrades gedacht. Den deutschen Lagern wird dieser Ring anempfohlen.

Das Kurpfalz-Lager berät am 6. März 1911, ob das Lager in ein Wanderlager umgewandelt wird. Den Wunsch äußern außerhalb Mannheims wohnende Patriarchen, sie sind für wechselnde Tagungsorte. Ein Beschluss wird vorläufig nicht gefasst. Am Montag, den 1. Mai 1911, werden zehn Patriarchen eingeführt.

Am 7. März 1926 findet in Karlsruhe eine Lagersitzung statt. Es wird die Vereinfachung des Werkes beraten und wie der Orden eine ethische Leitgröße wird. Die Umsetzung humanitärer Projekte, wie Odd Fellow Sterbekassen, Kreditkassen, Ferien für Kinder im Schwarzwald und weitere Projekte werden besprochen. Anlässlich des Badischen Odd Fellow Tages in Offenburg öffnet das Lager seine Sitzung für alle Brüder. Den Vortrag hält Bruder Weigold über das Thema „Was können wir zur Hebung de Logenlebens tun“.

Ein Ordensstiftungsfest richtet das Lager mit den zehn angeschlossenen Logen am 28. April 1929 in Mannheim aus.

Eine akademische Morgenfeier am 1. Mai 1932 zum 100. Todestag von Johann Wolfgang von Goethe begeht das Lager. Es finden sich ca. 300 Schwestern und Brüder im Friedrichspark in Mannheim unter der Büste von Thomas Wildey ein. Der Lyriker und Schriftsteller Bruder Dr. Droop hält die Festrede über „Spinozas Einfluss auf Goethes Werke“. Das Lager zählt 122 Patriarchen in ihren Reihen.

Mit allen angeschlossenen Logen wird das Lager 1933 durch die Auflösung des Odd Fellow-Ordens geschlossen.

Kurpfalz-Lager - Neugründung (25. Mai 1952)

Auf Antrag der Goethe-Loge wird auf der Bezirksgroßlogen- Sitzung vom 5. April 1952 die Gründung eines Lagers beschlossen. Am 25. Mai 1952 wird das Kurpfalz-Lager in Mannheim vom Hochmeister Karl Krull eingesetzt. Zum Hauptpatriarchen wird Bruder Josef Gentil gewählt. Das Lager tagt als Wanderlager alle 3 Monate abwechselnd in den Städten, in denen Logen tagen.

Durch die Wiedergründung des Uhland-Lagers in Stuttgart am 8. August 1962 scheiden Württemberg-, Schiller- und Noris-Loge aus dem Kurpfalz-Lager aus. Es verbleiben Badenia-, Goethe-, Hebel- und Schwarzwald-Loge im Kurpfalz-Lager.

Anfang 1965 ruft Hauptpatriarch Robert Todt alle Hauptpatriarchen auf, ihm die zugesagten Lagervorträge zu senden. Er will ein Gesamtvortragswerk allen Lagern zur Verfügung stellen. Hochmeister Dr. Heinz Grunow unterstützt diese Arbeit zum Nutzen aller.

Im 1. Halbjahr 1967 kommt die Lagerarbeit durch den Tod von Robert Todt zum erliegen. Durch das Eingreifen von Großmeister Hermann Brunner kommt es zur Wahl des Hauptpatriarchen Helmut Stilz, der bis 1971 das Amt ausübt. Helmut Stilz führt die Arbeit im Sinn von Robert Todt weiter.

Das Kurpfalz-Lager umfasst die Badenia-, Breisgau-, Goethe-, Hans Sachs- und Schwarzwald-Loge. Zum Hauptpatriarchen wird von 1972 bis 1975 Joachim Kraft von der Hans Sachs-Loge aus Nürnberg gewählt.

Eine Neuordnung der Lager führt Großmeister Hellmuth Fränznik 1975 durch. Die Patriarchen der Goethe- und der Hans-Sachs-Loge entscheiden sich mit großer Mehrheit für Nürnberg. Sie nehmen den Namen Kurpfalz-Lager mit zur Noris- Bavaria- und Tilmann Riemenschneider-Loge. In der ersten Sitzung am 10. Dezember 1875 beschließt das Lager sich in August Weiß-Lager (früher Kurpfalz-Lager) umzubenennen. Das Gründungsdatum, 7. März 1897, beziehen sie aus der Gründung des Kurpfalz-Lagers. Es ist keine Loge der Kurpfalz mehr dabei. Die anderen Logen gehen zum Uhland-Lager nach Stuttgart.

Kurpfalz-Lager - Wiedergründung (21. Januar 1979)

Die Teilung der Bezirksgroßloge von Süddeutschland wird auf der 43. ordentlichen Sitzung der Großloge der Deutschen Odd Fellows im Mai 1979 in die Bezirke Süd und Südwest beschlossen. Die Logenstädte Frankfurt, Mannheim, Saarbrücken, Karlsruhe und Baden-Baden bilden die Bezirksgroßloge von Südwestdeutschland Im Vorlauf dieser Maßnahme wird das Kurpfalz-Lager am 21. Januar 1979 wieder eingesetzt. Mit Mannheim ist es wieder in der Kurpfalz angekommen. Am 5. Mai 1979 lädt das Lager zur Ordensgründungsfeier mit einer Festloge und einem Frühlingsball nach Mannheim ein. In einer offenen Lagersitzung für alle Brüder des Bezirks am 1. Oktober 1979 stellt Großmeister und Hauptpatriarch Manfred Gold das Lager und alle Beamte des Bezirks und deren Tätigkeit vor. Er stellt sich allen Fragen der Brüder.

In der 11. Sitzung seit der Wiedereinsetzung werden sechs Patriarchen aufgenommen, in der 12. Sitzung weitere sechs Patriarchen. In dieser Sitzung übergibt Großmeister Manfred Gold den Freibrief der GLDOF dem Lager. Eine Klausurtagung aller Logen- und Lagerbeamten am 17. März 1984 hat das Thema „Ausbreitung unter Psychologischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten“. Patriarch Klaus Müller-Rossow bringt das Thema vom August Weiß-Lager mit, er war dort als Referent eingeladen. Hauptpatriarch Gerhard Hofmann will den höheren Bruderbestand nutzen, um alle Logen, vor allem die kleineren Logen, bei der Gewinnung neuer Brüder zu unterstützen. Deswegen findet die nächste Sitzung bei der Odysseus-Loge und die Novembersitzung in Baden-Baden statt.

Hauptpatriarch Albert Wehner leitet das Lager vom 1. Januar 1986 bis 30. Juli 1987. Er sieht die Hauptaufgabe in der Ausbreitung des Ordens als verbindlich für jeden Patriarchen an. Die Lagerarbeit soll mehr in die Logen ausstrahlen. Am 23. Januar 1986 beschließt das Lager einstimmig die Ehrenmitgliedschaft eines Patriarchen ab dem 80. Lebensjahr. Die Beitragsfreiheit ist damit eingeschlossen. Zum ersten Ehrenmitglied wird am 17. September 1986 Jupp Hachgenei ernannt. Das Lager veranstaltet 1986 ein Lagerseminar, zu dem alle gewählten Beamte der Logen eingeladen werden. Es werden Referate zur Arbeit in den Logen, mit anschließendem Gedankenaustausch, gehalten. Die Vortragssammlung des Lagers wird aktualisiert. Nach dem Tod Albert Wehners leitet der Beigeordnete Großmeister Heinz Kirsch das Lager bis zur Neuwahl.

Von 1988 bis 1990 leitet Hauptpatriarch Klaus Schenk das Lager. Es finden einige Seminare statt. Einige Beiträge für die Arbeit in den Logen werden angeboten. Ein einheitliches Auftreten in der Öffentlichkeit wird angestrebt. Das Lager empfiehlt den Namen Odd Fellow-Orden verstärkt zu publizieren, er sollte vor dem Logennamen stehen.

Während der Amtszeit von Hauptpatriarch Manfred Bauditz von 1991 bis 1997 finden viele Seminare für Patriarchen, Logenbeamte und Rebekkas statt. Sie befassen sich mit den Themen der Ordensstruktur, den Aufgaben der Logen und Lager, den Inhalten des Odd Fellow-Tums und den Leitgedanken. Das Lager kommt seiner Aufgabe als Schulungsstätte des Ordens im vollen Umfang nach. Großmeister Chormann bezweifelt, dass die Inhalte in die Logen getragen werden, da viele Brüder es als nicht bequem ansehen. Ein neues Lagerritual wird 1991 eingeführt. Es findet vor allem bei Einführungen große Zustimmung der Patriarchen.

Anlässlich der Einsetzung der Justinus Kerner-Loge am 31. Oktober 1996 in Heilbronn verkündet Hochmeister Ragnar Nilsson die Neuordnung der Bezirke Süd und Südwest. Mit Wirkung vom 1. November 1996 wechseln die Württemberg-, Schiller- und Justinus Kerner-Loge zur Bezirksgroßloge Südwestdeutschland. Die Patriarchen arbeiten künftig im Kurpfalz-Lager unter Hauptpatriarch Rüdiger Herrmann. Aus alter Verbundenheit treffen sich August Weiß- und Kurpfalz-Lager einmal jährlich zur gemeinsamen Sitzung.

Da Hauptpatriarch Rüdiger Herrmann ein Jahr schon gleichzeitig Großmeister ist, gibt er das Amt an Ewald Henninger ab. In seiner Abschiedsrede stellt er fest, dass er ohne die Hilfe des Althauptpatriarchen Manfred Bauditz das Niveau durch die Doppelbelastung nicht hätte halten können. Als Motivator hat er für die Logen unschätzbares geleistet, dass er als Großmeister weiterführt. Mit heiterer Gelassenheit übernimmt Ewald Henninger den Oberstuhl. Er ruft alle Patriarchen zur Präsenz auf, denn nur so kann mehr Leben in das Lager kommen. Abwesende sollen durch Anrufe informiert und somit zur Teilnahme motiviert werden. Zum ersten Mal findet eine offene Lagersitzung mit den Frauen-Lagern am 31. Oktober 1998 in Mannheim statt. Es nehmen die Rebekka-Lager Selene und Sara, sowie das Eidgenossen-, Turikum- und Kurpfalz-Lager, sowie Schwestern und Brüder teil. Hauptmatriarch Brigitte Fuhrmann leitet die Sitzung, sie würdigt dies Ereignis. Die Referate: Großmeister Rüdiger Hermann – Die geistige Einstellung zum Orden, Hauptmatriarch Brigitte Fuhrmann – Erfolg, Hauptpatriarch Ewald Henninger – Glück finden große Beachtung. Nach der Sitzung spricht Großmarschall Günther Dillich über die Handhabung der Formulare und weist auf das Obermeisterhandbuch und die Hilfsfonds hin. Parallel führt das Partnerprogramm durch das Mannheimer Schloss und in das Cafe des Bruders Herdegen mit seinen köstlichen Torten.

Auch dieses Jahr finden August Weiß-Lager und Kurpfalz-Lager zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Alte Freunde sieht man wieder, neue Freunde werden gewonnen. Am 2. Oktober 1999 lädt das Kurpfalz-Lager zum 1. internationalen Lagertreffen aus Anlass des 100-jährigen Bestehens nach Stuttgart ein. Das Programm gestaltet gestalten Turicum-, August Weiß- und Kurpfalz-Lager gemeinsam. Es nehmen das Schweizer Bundesbüro und 18 Schweizer Patriarchen teil. Auch die Großmeister Walter Kuttelwascher, Rüdiger Herrmann und zwei Patriarchen des Ostsee-Lagers sind dabei. Sie werden vom Hauptpatriarchen Ewald Henninger auf das Herzlichste begrüßt. In der Halle führen die Schweizer ein Zwiegespräch unter Patriarchen verschiedener Staaten auf. Im Refektorium diskutieren wir über die verschiedenen Wege der Gewinnung neuer Brüder in unseren Staatsgroßlogen.

Die Amtszeit von 2000 bis 2005 von Norbert Kesseler ist geprägt durch sehr gute ethische Vorträge und durch Schulung im Werk. Einen etwas anderen Vortrag hält Althauptpatriarch Manfred Bauditz über seine Wanderung auf dem Jacobs-Weg von Le Pui nach Santiago de Compostella. Es ist für ihn ein christlicher Weg, ein Weg zu sich selbst und somit auch ein Odd Fellow-Weg. Die beiden Lager, August Weiß- und Kurpfalz-Lager, treffen sich jährlich abwechselnd in Stuttgart, Heilbronn, Nürnberg oder Fürth. Es sind gute freundschaftliche Bande entstanden.

Hauptpatriarch Bernhard Fehrenbach führt die Arbeit von 2006 bis 2008 im gleichem Sinn fort. Im Außenraum kommen gute Vorträge hinzu.

Ab 2009 amtiert Hauptpatriarch Martin Jäger. Seine ruhige und gelassene Führung und die hochwertigen Vorträge ist ein Gewinn.  Er stellt sich mit seinen Beamten neuen Aufgaben. Es wird Werbung wieder ins Programm genommen. Eine offene Sitzung mit dem Lager Selene findet große Zustimmung, so dass weitere Treffen stattfinden sollen. Das Konzept der GLDOF-Pressearbeit stellt Altmeister Römer im Außenraum vor. Ab 2012 werden viele Projekte für die Zukunft des Ordens erarbeitet. Sie sollen zur Stärkung der Logen, der Bewusstmachung unserer Werte, sowie deren Außenwirkung dienen.

Hauptpatriarchen

1897 – 1901 Dr. Gustav Oppenheim
1902 – 1903 Hirsch Model
1904 – 1905 Dr. Gustav Oppenheim
1906 – 1907 Samuel Mohr
1908 – 1921 Herrmann Koopmann
1922 – 1924 Johannes Kober
1925 – 1931 Peter Weygold
1932 – 1933 Josef Gentil

1952 – 1956 Josef Gentil
1957 – 1959 Josef Hachgenei
1960 – 1961 Werner Mann
1962 – 1964 Hermann Brunner
1965 – 1967 Robert Todt
1968 – 1971 Hellmuth Stilz
1972 – 1975 Jochen Kraft

1979 – 1981 Manfred Gold
1982 – 1985 Gerhard Hofmann
1986 – 1987 Albert Wehner
1987 – 1990 Klaus Schenk
1991 – 1996 Manfred Bauditz
1997 - 1998 Rüdiger Hermann
1998 – 1999 Ewald Henninger
2000 – 2005 Norbert Kesseler
2006 – 2008 Bernhard Fehrenbach
2009 -  2014 Martin Jäger
2014 -           Jens Warmers

Quellen und Literaturverzeichnis

Herz und Hand
Der Odd Fellow
Das Bruderwort der GLDR
Bruder- und Odd Fellow-Wort der GLDOF
Odd Fellow-Adressbücher
BGL- und Lager-Protokolle


Lutz Wedekind, Goethe-Loge Frankfurt am Main, 2010
(Amtszeiten fortlaufend ergänzt)